Merger: Out of the crisis and into a new home
A merger is imminent — and it is not clear whether our customer’s division can find a new home.
Frau Zahn, begonnen hat die Organisationsentwicklung mit dem erweiterten Key Account Management im Stabs- bzw. Kundenbereich. Dort standen Teambuilding, Persönlichkeitsentwicklung und Führungsverständnis im Mittelpunkt. Wie haben Sie diese Startphase erlebt?
Marina Zahn: Die Gruppe war am Anfang vorsichtig, aber sehr offen und neugierig. Ihnen gebührt der Verdienst, dass Sie als Moderatorin sehr schnell Vertrauen schaffen konnten. Genau das war für den Erfolg des Projektes entscheidend. So begannen die Kolleginnen und Kollegen, sich aufeinander einzulassen und den Prozess mitzugehen.
In den Workshops hat Ihr Vorstandsvorsitzender, Dr. Martin Mihalovits, erstmals die Vision der Kreissparkasse vorgestellt. Wie war die Reaktion?
Das war für alle Teilnehmenden inspirierend und energetisierend! Viele sagten spontan: ‘Das haben wir gebraucht.’ Die Vision war inhaltlich nicht völlig neu, aber in dieser Klarheit und Verdichtung war sie ein Schlüsselmoment – wegweisend für das ganze Haus.
Wie kam es, dass der Prozess auf den Fachbereich Marktfolge ausgeweitet wurde?
Die Vision hat in der Gruppe sofort etwas ausgelöst. Alle wollten, dass auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Marktfolge Teil davon werden. Es ging darum, alle an Bord zu holen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.
Was waren die wichtigsten Effekte, als sich die Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Markt und Marktfolge begegnet sind?
Alle haben erkannt: Jeder hat seinen eigenen, spezifischen Bezugsrahmen. Der ‘Markt’ denkt stärker in Chancen, die ‘Marktfolge’ eher in Sicherheit. Dieser Perspektivwechsel war entscheidend – nicht im Sinne von richtig oder falsch, sondern im gegenseitigen Verständnis voneinander. Am Ende stand das Commitment: Wir wollen uns gegenseitig unterstützen, weil wir nur gemeinsam erfolgreich sind.
Sie haben für das gesamte Projekt vom Vorstand eine Art Blankoscheck bekommen – also größtmögliche Freiheit in der Ausgestaltung. Wie haben Sie das erlebt?
Das war ein großer Vertrauensbeweis seitens der Führungsetage. Für mich persönlich ist Gestaltungsfreiraum enorm wichtig, um schnell auf neue Situationen reagieren zu können. Genau das war auch Teil unseres Erfolgs – wir konnten flexibel auf das reagieren, was sich aus den Workshops ergeben hat.
Was sagt diese Freiheit über die Kultur der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee aus?
Sie zeigt, dass Vertrauen in den einzelnen Mitarbeiter:in und Autonomie bei uns großgeschrieben werden. Führung heißt bei uns im Haus: Verantwortung übergeben und eigenverantwortliches Handeln fördern. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters:in.
Nach der Vision standen die Werte auf der Agenda. Wie haben Sie diesen Prozess erlebt?
Die Teilnehmenden kamen freiwillig mit Beiträgen und Erwartungen dazu auf uns zu. Das haben wir gespürt. Die Stimmung war gelöst, neugierig, lebendig. Wir hatten eine sehr heterogene Gruppe, von langjährigen Mitarbeitenden bis hin zu Newcomern. Überraschend war, wie schnell sich alle auf vier Werte: Begeisterung, Fairness, Mut und Vertrauen einigen konnten, mit denen sich wirklich jede/jeder identifiziert hat.
Am Visionstag wurden die Ergebnisse des Prozesses live mit allen Mitarbeitenden verhandelt. Das war ein mutiges Vorhaben! Wie haben Sie die Stimmung erlebt?
Wir wollten die gesamte Belegschaft einladen, uns auf dem Weg zu begleiten – alle 300 Mitarbeitenden. Im Mittelpunkt standen die Vorstellung der gemeinsamen Vision durch den Vorstand und der Werte, die von den Wertebotschafterinnen und ‑botschaftern vorgestellt wurden. In sehr gemischten Gruppen wurde anschließend intensiv dazu gearbeitet, was das für unsere Zusammenarbeit und den Umgang miteinander – aber auch mit unseren Kundinnen und Kunden – bedeutet. Die Energie war unglaublich: offen, herzlich, engagiert. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich total geöffnet und aktiv mitgemacht. Ihre positive und mitreißende Art hat viel dazu beigetragen, dass der Tag so ein Erfolg wurde.
Wie wirken die Werte, die Sie sich erarbeitet haben, heute im Alltag?
Wir haben uns im Nachgang des Visionstags intensiv damit beschäftigt. Jeder Bereich hat aus der Vision seine eigene Mission abgeleitet. In rund 25 Workshops wurden diese Missionen in den Teams diskutiert und geschärft. Durch die gezielte Reflexion sind unsere Werte viel stärker im Bewusstsein der Belegschaft angekommen. Heute werden sie im Haus beziehungsweise Arbeitsalltag aktiv gelebt und regelmäßig reflektiert.
Welche Rolle hatten und haben die Führungskräfte?
Sie waren Schlüsselfiguren. Gemeinsam mit ihren Teams haben sie reflektiert, in welchen Bereichen sie stark sind, in welchen sie noch nachjustieren möchten und an welcher Stelle sie Unterstützung von ihren Partnern benötigen. Es entstand ein echter Dialog über Zusammenarbeit – nicht im Sinne von ‘Wir sind gut, weil die anderen schlecht sind’, sondern im Sinne von ‘Wie können wir gemeinsam besser werden?’.
Was haben Sie persönlich aus dem gesamten Prozess gelernt?
Dass die sogenannten ‘weichen’ Themen in Wahrheit die harten Erfolgsfaktoren sind. Im Alltag gehen sie oft unter – aber sie entscheiden darüber, ob eine Organisation zusammenhält. Es geht nicht darum, welcher Bereich der wichtigste ist, sondern darum, dass der eine nur mit dem anderen erfolgreich sein kann. Führung heißt, dieses Miteinander vorzuleben.
Wie geht es jetzt weiter?
Jedes Team hat sich verpflichtet, regelmäßig in den Meetings zu reflektieren, wo es bei Mission und Werten steht. Es gibt in jedem Team einen Wertebotschafter:in, der das Thema aktiv hält. So bleibt das Ganze lebendig – ohne Druck, aber mit Bewusstsein.
Und was wünschen Sie sich, dass in zwei, drei Jahren über dieses Projekt gesagt wird?
Ich wünsche mir, dass die Kolleginnen und Kollegen sich mit Freude an den Visionstag erinnern – und dass sich unsere Zusammenarbeit langfristig positiv entwickelt und nachhaltig Wirkung zeigt.