Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Mein Impuls zum Jahreswechsel - Erkenne Dich selbst! – Kirsten Schrick

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Mein Impuls zum Jahreswechsel - Erkenne Dich selbst!

Erkenne Dich selb­st! Dieser Leit­spruch stand einst über dem berühmten Apol­lon Tem­pel von Del­phi. Ich wün­sche mir in unser­er von mul­ti­plen Krisen geprä­gen Zeit ein biss­chen mehr Del­phi statt allzu viel Selfie! 

Mein Impuls zum Jahreswechsel - Erkenne Dich selbst!
Illustration: Cleo Rinofer

Denn der Satz ist als Mah­nung an die Men­schen zu ver­ste­hen, nicht in Selb­stüber­he­bung zu ver­fall­en. Er war aber auch die Grund­maxime der antiken Philoso­phie gewesen. 

Viele Jahrhun­derte später, ganz genau 1784, definierte Immanuel Kant den geisti­gen Leit­faden der Aufk­lärung, der darauf referenzierte.

Sapere aude!“ Wage es, weise zu sein! Habe den Mut, dich deines eige­nen Ver­standes zu bedienen!

Dies war der Kerngedanke von Kant. Die Frage ist: Was kann uns das Werk des Philosophen für das Heute mit­geben? Für mich bedeutet sein Satz, das eigene Wis­sen, die eige­nen Erken­nt­nisse und Erfahrun­gen immer wieder in einen über­greifend­en Sinnzusam­men­hang zu stellen. Dabei aber die Zuwen­dung zu sich und anderen nicht zu vergessen. Weisheit schließt für mich immer Liebe mit ein. Damit bekommt jedes Erken­nen eine men­schliche Note und Wärme. Und so möchte ich die Kant’sche Forderung im Sinne des heuti­gen Zeit­geistes erweitern: 

Haben Sie den Mut und nehmen Sie sich ein Herz, sich Ihres eige­nen Denkens, Ihrer eige­nen Wahrnehmung und Ihrer eige­nen Gefüh­le bewusst zu sein und diese in den Aus­tausch mit anderen zu brin­gen.

Für Kant war die freie Rede wesentlich. Wahrnehmen, Denken, Fühlen bedür­fen des Dialogs – aus mein­er Sicht ver­bun­den mit Offen­heit und Tol­er­anz für andere, auch kon­tro­verse Posi­tio­nen. Ein Dia­log mit Respekt und Achtung statt gren­zen­los­er Selb­stüber­schätzung, mit Hoff­nung und Zuver­sicht statt Bit­ter­nis und Res­ig­na­tion. Denn wer an das Fortschre­it­en glaubt, kann Geschichte pos­i­tiv mit­denken und ‑prä­gen.

Was brauchte der Denker Kant jedoch für seine Schöp­fun­gen? Pausen! Er war regelmäßig offline“ bei Spaziergän­gen und hat­te feste Zeit­en einge­plant für das Sin­nieren und ein Schweifen­lassen sein­er Gedanken.

Es sind genau diese Pausen, die wir alle brauchen für unsere Innen­schau, für die Begeg­nung mit sich selb­st. Früher wie heute ist es ein Priv­i­leg, etwas Beson­deres, nur mit sich zu sein. Dann kann das Erforschen begin­nen, sich der Blick in den eige­nen Lebensspiegel ver­tiefen. Was sehen Sie dann? Was wird Ihnen bewusst?

Sich diesen Fra­gen zu stellen braucht Geduld, Selb­st-Ehrlichkeit und Mut. Tugen­den, die für eine Selb­st­führung wesentlich sind – als Men­sch und Führungskraft