Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Weil mentale Gesundheit nicht etwas ist, was uns… – Kirsten Schrick

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Weil mentale Gesundheit nicht etwas ist, was uns einfach zufällt

Weil mentale Gesundheit nicht etwas ist, was uns einfach zufällt

Für mich ist Well­be­ing zu einem Must-have“ statt zu einem Nice-to-have“ im strate­gis­chen HR-Man­age­ment geworden.

Im Inter­view spreche ich darüber, wie sich die men­tale Gesund­heit steigern lässt und warum das eine Co-Pro­duk­tion zwis­chen Unternehmen und uns selb­st ist.

Kirsten, warum sind Employ­ee Well­be­ing und Men­tal Health zu einem gesellschaftlichen Schlüs­selthe­ma geworden?

Kirsten: Dafür gibt es aus mein­er Sicht mehrere Gründe. In der Wirtschaft hat der Fak­tor Men­sch in Zeit­en von Fachkräfte­man­gel einen anderen Stel­len­wert bekom­men. Viele Unternehmen investieren in die Gesund­heit und Vital­ität ihrer Belegschaft, weil sie erkan­nt haben, dass sie an Wet­tbe­werb­s­fähigkeit und Pro­duk­tiv­ität ver­lieren, wenn ihnen die per­son­ellen Ressourcen und das Know-How der Mitar­bei­t­en­den nicht dauer­haft und sta­bil zur Ver­fü­gung ste­hen. Physis­che und men­tale Fit­ness und Well­be­ing sind damit zu einem Must-have“ statt zu einem Nice-to-have“ im strate­gis­chen HR-Man­age­ment gewor­den. Ein zweit­er Fak­tor ist ein verän­dertes Bewusst­sein bei den Menschen.

Was ist nun anders?

Kirsten: Wir leben in Zeit­en per­ma­nen­ter Verun­sicherung. Das hin­ter­lässt bei den Men­schen mehr und mehr seine Spuren. Coro­na war sicher­lich ein Boost­er. Aber schon davor war unser All­t­ag geprägt von zunehmender Kom­plex­ität, Dig­i­tal­isierung und Trans­for­ma­tion. Diese Übergänge erleben viele Men­schen als Kon­trol­lver­lust. Was gestern noch Ori­en­tierung gegeben hat, ver­liert seine Gültigkeit. Gewohnte Rou­ti­nen funk­tion­ieren nicht mehr. Die Beschle­u­ni­gung im Äußeren fordert bei immer mehr Men­schen ihren Trib­ut im Innern – psy­chisch als auch physisch. Ich erlebe das als gesellschaftliche Müdigkeit und Erschöpfung.

Wie kön­nen denn Men­schen ihre men­tale Gesund­heit stärken?

Kirsten: Das lässt sich nicht pauschal beant­worten. Aus eigen­er Erfahrung weiß ich aber, dass men­tale Gesund­heit nichts ist, was uns ein­fach zufällt. Sie entste­ht maßge­blich durch die Art und Weise, wie wir mit uns selb­st, mit Verän­derun­gen, mit Krisen und mit den Übergän­gen unseres Lebens umge­hen. Das hat viel mit eigen­er inner­er Hal­tung, unseren Gedanken und unserem Umgang mit Gefühlen zu tun.

Machen Sie das doch mal konkret.

Kirsten: Fir­men kön­nen psy­chis­che Gesund­heit nicht machen‘. Sie kön­nen aber Bedin­gun­gen schaf­fen, die psy­chis­che Gesund­heit fördern – etwa durch Kom­mu­nika­tion, Ver­trauen, eine gesunde Unternehmens- und Führungskul­tur. Gle­ichzeit­ig ist men­tale Gesund­heit Eige­nar­beit. Das Ganze ist also eine Co-Pro­duk­tion zwis­chen Sys­tem, sprich Organ­i­sa­tion und Men­sch, sprich Mitar­bei­t­en­den. Wir müssen den Kon­takt zu uns selb­st aufnehmen. Selb­st­wirk­samkeit ist dabei eine entschei­dende Ressource, um auch in schwieri­gen Sit­u­a­tio­nen hand­lungs­fähig, zuver­sichtlich und inner­lich beweglich und damit resilient zu wer­den und zu bleiben. Selb­st­wirk­same Men­schen erleben sich nicht als Opfer der Umstände. Sie richt­en ihre Aufmerk­samkeit auf die Frage: Was kann ich selb­st tun? Das lenkt den Blick weg von der Ohn­macht hin zur Gestaltung.